Wissenschaftlich geprüft: Neurozentriertes Training und dessen Auswirkungen auf die kognitiven und technischen Fähigkeiten von Fußballspielern

Über die letzten Jahre hinweg rückten moderne Trainingsmethoden wie das neurozentrierte Fußballtraining immer mehr in den Fokus des Trainings bekannter Spitzenvereine aber auch Amateurfußballvereine. Diese Art von Fußballtraining bildet den Interessengegenstand der vorliegenden Studie, in der analysiert wird, ob der neurozentrierte Soccerkinetics-Trainingsansatz Auswirkungen auf die kognitiven und technischen Fähigkeiten bei Fußballspielern hat.

Wie lief die Studie ab?

In der Längsschnittstudie wurden zwei Fußballmannschaften anhand eines Pre-Posttestverfahrens, mit Fokus auf die Grundtechniken Dribbling, Passen und Torschuss, miteinander verglichen. Hierbei integrierte die Interventionsgruppe Inhalte und Trainingsprinzipien von Soccerkinetics in ihre Trainingsroutine, während die Kontrollgruppe über den Interventionszeitraum von sieben Wochen hinweg ausschließlich mit konventionellen Trainingsmethoden arbeitete. Ein Pre-Posttestverfahren kennzeichnet hierbei ein wissenschaftliches Verfahren, in dem vor (Pre) und nach (Post) der Trainingsintervention ein identischer Test durchgeführt wird, um durch das Treatment entstandene Veränderungen und Verbesserungen erfassen zu können.

Wer waren die Teilnehmer?

Die Stichprobe der Interventionsgruppe umfasst 13 Spieler eines Amateurvereins. Zehn dieser Spieler sind Stammspieler und gehören damit zu den leistungsstärksten sowie im Training aktivsten Spielern des Vereins. Die Ergebnisse dieser 10 Spieler sollen in der Studie ermittelt und verglichen werden. Die restlichen drei Spieler werden als Reserve genutzt, sollte sich einer der Stammspieler im Laufe der Saison oder vor dem Ausgangstest verletzen. Diese drei Spieler sind ebenfalls Mitglieder des Vereins und regelmäßig in den kognitiven Trainingseinheiten anwesend. Sie weisen hierbei keinerlei Leistungsdefizite im Vergleich zu den vorher erwähnten Stammspielern auf.

Der jüngste Spieler der Interventionsgruppe ist 22 Jahre alt, der älteste Spieler 32 Jahre. Das Durchschnittsalter der Spieler der Interventionsgruppe beträgt 26 Jahre. In der durchgeführten Längsschnittstudie wird das Alter der Spieler nicht explizit berücksichtigt, da Parameter wie die Leistung und die Anwesenheit in den 16 Trainingseinheiten für diese Studie im Vordergrund stehen. Die Kontrollgruppe besteht ebenfalls aus zehn aktiven Spielern der ersten Mannschaft eines Amateurvereins.

Ähnlich wie bei der Interventionsgruppe, wurden hier zusätzlich zwei Spieler als Reserve herangezogen, die im Falle einer Verletzung den Platz einer der Probanden einnehmen. Die Kontrollgruppe weist hierbei ein Durchschnittsalter von 25 Jahren auf. Der älteste Spieler ist dabei 29 Jahre alt, der jüngste Spieler 21 Jahre. Obwohl das Alter aller Spieler somit nicht identisch ist, weist das Durchschnittsalter der beiden Mannschaften mit einem Jahr Unterschied auf eine faire, ausgeglichene Ausgangslage hin.

Was wurde trainiert?

Wie bereits erwähnt, integrierte die Interventionsgruppe Inhalte und Trainingsprinzipien von Soccerkinetics in ihre Trainingsroutine. Doch was heißt das genau? Dabei geht es um die gezielte Einbindung kognitiver Herausforderungen sowie um die Umsetzung des Differenziellen Lernansatzes im Fußball.
(Mehr zum Differenziellen Training)

Das bedeutet, dass es beim Soccerkinetics-Training nicht nur darum geht, Bewegungen schleifenartig zu wiederholen, sondern durch zusätzliche kognitive oder koordinative Herausforderungen gezielt Variationen in die Grundübungen einzubauen. Das erweitert den Bewegungsschatz des Spielers und bereitet ihn optimal auf die unterschiedlichsten Situationen im Spiel vor. Hierzu werden unter anderem Farben und Zahlenreihen genutzt, um die Spieler kognitiv zu fordern.

Zusätzliche koordinative Reize können beispielsweise durch sogenannte Fingerspiele, also kleine motorische Bewegungsabfolgen der Hände erfolgen. Klare und bewusste motorische Anweisungen, wie beispielsweise eine „kurz“ „kurz“ „lang“ Kombination beim Jonglieren eignen sich hierbei ebenfalls für zusätzliche koordinative Herausforderungen.

Was waren die Ergebnisse der Studie? 

Die Ergebnisse des Eingangstest und Ausgangstest wurden in einem ersten Schritt für beide Mannschaften isoliert analysiert, um mannschaftsinterne Verbesserung über den siebenwöchigen Interventionszeitraum hinweg zu erfassen. In einem zweiten Schritt wurden die Ergebnisse des Eingangs- und Ausgangstests der beiden Mannschaften miteinander vergleichen, um das Potential des Soccerkinetics Trainingsansatzes im Vergleich herkömmlichen Trainingsansätzen zu überprüfen. Alle Ergebnisse können in der Studie nachgelesen werden. Um aber eine kurze Übersicht zu geben, werden die zwei einschlagensten Ergebnisse hier näher beschrieben: Die folgende Abbildung zeigt die Differenz des Gesamtergebnisses der Mittelwerte der beiden Fußballvereine im Eingangs- und Ausgangstest.

Hierbei konnte sich der SV Wörleschwang (Interventionsgruppe) von einem Mittelwert von 18.8 Punkten im Eingangstest, auf einen Mittelwert von 22.5 Punkten im Ausgangstest verbessern. Bei der Kontrollgruppe des TSV Zusmarshausen konnte im Vergleich der Ergebnisse des Eingangs- zum Ausgangstests sogar eine leichte Verschlechterung von 0.1 Punkten beobachtet werden. Zusammengefasst verbesserten sich beide Gruppen bei einem Signifikanzniveau von α = 0,05 im Ausgangstest signifikant (p = 0,007).

Das heißt die Ergebnisse beider Mannschaften gemeinsam wurden im Ausgangstest trotz schlechterer Leistung der Kontrollgruppe als signifikant besser bewertet als im Eingangstest. Dies liegt daran, dass mit einer Signifikanz von p = 0,005 zudem bewiesen werden konnte, dass sich die Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe und in Abhängigkeit des Treatments signifikant verbesserte. Hierdurch konnte wissenschaftlich belegt werden, was auf der Grafik mit einem Blick zu erkennen ist: Die Interventionsgruppe verbesserte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe über die sieben Wochen hinweg aufgrund der Inhalte von Soccerkinetics höchst signifikant.

Eingangs_Ausgangstest gesamt

Während die oben gezeigten Ergebnisse die Gesamtverbesserung der Testergebnisse illustrieren, wurden durch das Testverfahren zudem verschiedene Variable wie beispielsweise der Torschuss überprüft. Hierbei wurde erneut ein signifikanter Anstieg der Leistung beider Gruppen festgestellt (p = 0,004).

So konnte beobachtet werden, dass beide Mannschaften zusammengefasst im Ausgangstest bessere Ergebnisse als im Eingangstest erzielten. Durch eine Varianzanalyse konnte außerdem ermittelt werden, dass sich die Interventionsgruppe aufgrund des neurozentrierten Treatments im Mittel mit einer Signifikanz von p = 0,013 mehr verbessern konnten als die Kontrollgruppe.

Dementsprechend verbesserte sich die Kontrollgruppe des TSV Zusmarshausen, die im Eingangstest eine mittlere Punktzahl von 6 Punkten erreichte, im Laufe der zwei Tests in Bezug auf den Torschuss um circa drei Prozent und konnte sich auf 6.2 Punkte im Ausgangstest verbessern. Der SV Wörleschwang (Interventionsgruppe) verbesserte sich von anfänglichen 5.3 Punkten im Eingangstest, auf 7.5 Punkte im Ausgangstest und weist damit eine Steigerung der Leistung der Variable Torschuss von unglaublichen 41 Prozent nach.

Eingangs_Ausgangstest Torschuss

Somit zeigt die vorliegende Studie auf, dass durch das neurozentrierte Trainingskonzept von Soccerkinetics im Vergleich zu herkömmlichen Trainingsmethoden signifikante Verbesserungen der sportlichen Leistungen von Fußballspielern erzielt werden können. Damit stellt der moderne, neurozentrierte Trainingsansatz von Soccerkinetics eine große Bereicherung für das Fußballtraining eines jeden Vereines dar, der in Zukunft zur Leistungssteigerung von Fußballspielern mehr eingesetzt werden sollte und ein enormes Potenzial birgt.

Übrigens war dies bereits die zweite Studie der Universität Augsburg zu Soccerkinetics. Die erste Studie aus dem Jahr 2020 zeigte bereits eine deutliche Überlegenheit des neurozentrierten Trainingsansatzes von Soccerkinetics im Vergleich zum herkömmlichen Fußballtraining.

Die Trainingswissenschaftlerin PD Dr. Claudia Augste von der Universität Augsburg äußerte sich damals schon wie folgt zu Soccerkinetics: “Als Wissenschaftlerin bin ich grundsätzlich zunächst skeptisch, wenn es um heilbringende neue Konzepte geht. Also haben wir in einer wissenschaftlichen Längsschnittstudie mit Amateurfußballern die Wirksamkeit von Soccerkinetics untersucht.

Tatsächlich fanden wir heraus, dass die Spieler, die acht Wochen lang mit Soccerkinetics Übungen trainiert hatten, in allen getesteten Aufgaben zur Ballbehandlung mehr verbessert hatten als die Spieler der Kontrollgruppe, die ihr normales Mannschaftstraining absolviert hatten. Ich kann Soccerkinetics somit für diese Zielgruppe durchaus empfehlen.”

Dieses Zitat von Frau Dr. Augste ist auch im Soccerkinetics Buch nachzulesen.

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Wir wünschen dir viel Erfolg!

Dein Soccerkinetics Team

Hier geht's zur wissenschaftlichen Studie:

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